Fachhochschule Flensburg - Aktuelle News

Schiffsoffiziersausbildung an der FH Flensburg vor dem Aus?
– Fassungslosigkeit bei Studierenden


15.3.2006


Maritime Kompetenz an der FH Flensburg soll erhalten bleiben


Flensburg. Der Fachbereichskonvent Technik der Fachhochschule Flensburg hat sich heute für eine Fortführung der schifffahrtstechnischen Ausbildung an der FH ausgesprochen, jedoch daran gewisse Rahmenvorgaben geknüpft. Im Wesentlichen geht es um die Einwerbung externer Lehrleistungen, wie zum Beispiel die Einrichtung einer Stiftungsprofessur nach dem Vorbild der Fachhochschule Leer, Ostfriesland.
Weiterhin soll über die Einführung eines Studienschwerpunktes Schiffsmaschinenbau verhandelt werden, um die Attraktivität und Auslastung dieses Studienbereiches sicher zustellen.
Hintergrund der Diskussion um eine mögliche Schließung des Studiengangs Schiffsbetrieb/Schiffsbetriebstechnik waren Überlegungen innerhalb der Hochschule, zwei von 2009 an frei werdende Professorenstellen für andere Studiengänge bereit zustellen. Als Argument für eine Einstellung des Studiengangs waren immer wieder hohe Kosten und sinkende Bewerberzahlen angeführt worden. Zurzeit sind an der Fachhochschule Flensburg 75 Studierende für die Ausbildung zum Technischen Schiffsoffizier eingeschrieben.
Überraschend großen Protest gegen die Einstellung des Studiengangs gab es auch von Vertretern norddeutscher Werften, Reedereien und der Zulieferindustrie. Sie sprachen von einem fatalen Signal zu einem völlig unpassenden Zeitpunkt. Die Unternehmer hatten 2003 mit der damaligen rot-grünen Bundesregierung ein „Bündnis für maritime Ausbildung“ geschlossen. In diesem Pakt hatte sich die Schifffahrtsbranche verpflichtet, gegen steuerliche Vergünstigungen ihre Schiffe wieder unter deutscher Flagge fahren zu lassen. Dadurch werde die Nachfrage an deutschem Personal wieder deutlich zunehmen, so die einhellige Meinung der Wirtschaftsvertreter. In zahlreichen Briefen an die Fachschaft Seefahrt der FH hatten sie für eine Fortführung der maritimen Ausbildung an der Fachhochschule in Flensburg plädiert.


27.1.2006
Flensburg - Mit großem Unverständnis haben die Studierenden der Fachschaft Seefahrt an der Fachhochschule Flensburg auf die aktuelle Diskussion des Fachbereichskonvents Technik
reagiert, künftig aus rein finanziellen Gründen keine neuen Studierenden für die Ausbildung der Technischen Schiffsoffiziere mehr aufzunehmen.
„Damit verliert die FH Flensburg ihr historisches Standbein. Seit mehr als 120 Jahren werden bei uns Technische Schiffsoffiziere ausgebildet. Deutschland hat die größte Containerflotte der
Welt. Die Seefahrt unter deutscher Flagge boomt. Die maritime Industrie, Reeder, Werften, Zulieferer, Klassifikationsgesellschaften und Behörden brauchen Schiffsingenieure auf
Hochschulniveau. Die Reedereien rennen der FH die Türen ein, um Schiffsingenieure zu verpflichten“, erklärt Fachschaftssprecherin Anja Horn.
In einem Brief an den Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten fordern die angehenden
Schiffsingenieure die Landesregierung auf, ein klares Bekenntnis zur Seefahrtsausbildung in Flensburg abzugeben und das Rektorat in seinen Bemühungen zu unterstützen, die maritime Kompetenz an der Fachhochschule Flensburg zu stärken. Ein Bundesland wie Schleswig-
Holstein, das die Entwicklung der Maritimen Technologien vorantreiben wolle, könne nicht die Einstellung der Seefahrtsausbildung im Land zwischen den Meeren wollen, so Horn
abschließend.





Fachhochschule Flensburg aktuell


Erster internationaler Doppelabschluss


Flensburg. Als FH – Absolventin Ethel Suvensi im April dieses Jahres ihre Urkunde als Diplomkauffrau erhielt, war das nur der erste Schritt ihrer Hochschulausbildung mit dem Schwerpunkt Logistik, Transport und Verkehr.
Nur wenige Monate später, im Juli 2005, wurde der jungen Frau an der Università Carlo Cattaneo im italienischen Castellanza der Abschluss „Laurea in Ingegneria Gestionale“ (Industrial Management and
Production) verliehen.

Ethel Suvensi ist die erste Absolventin der Fachhochschule Flensburg und der italienischen Universität Carlo
Cattaneo, die einen Doppelabschluss im Bereich „European Technology Management“ erhält.
Die Lehrveranstaltungen in Italien fanden in englischer und in italienischer Sprache statt.
Möglich wurde das Doppelstudium durch eine Kooperationsvereinbarung der Fachhochschule Flensburg aus dem Jahr 2003 mit drei weiteren europäischen Hochschulen, derJönköping School of Engineering, Schweden; der Katholieke Hogeschool Zuid West Vlaanderen (KATHO) in Kortrijk, Belgien sowie der Università Carlo Cattaneo in Castellanza, Italien.

Die jeweils bilaterale Vereinbarung zwischen den 4 Partnerhochschulen sieht die gegenseitige Anerkennung der im Heimat- und Gastland erbrachten studentischen Leistungen innerhalb des ECTS (European Credit Transfer System) vor. Studierende von Flensburg müssen jeweils 120 ECTS Credits in BWL an der Heimathochschule erworben (4 Semester erfolgreich abgeschlossen) haben und über ausreichende Englisch-
und Italienischkenntnisse verfügen, um mindestens 30 ECTS Credits pro Semester während des 2-semestrigen Aufenthalts durch Besuch von Lehrveranstaltungen in Englisch und in der Sprache des Gastlandes in Castellanza zu erwerben. Diese 60 Credits werden in Flensburg voll anerkannt und
angerechnet.


Abschluss


Dieser erste Abschluss einer Studentin aus Flensburg liegt voll im Trend der gegenseitigen Anerkennung und Anrechnung von an anderen Hochschulen erbrachten Studienleistungen, die Teil der von den meisten europäischen Regierungen unterschriebenen "Bologna-Erklärung" bildet und durch bilaterale Vereinbarungen zwischen der FH Flensburg und weiteren Hochschulen zum Schwerpunkt der wachsenden Internationalisierung von Studiengängen und deren Inhalten gehört. Die Vereinbarung innerhalb dieses
Programms soll auch dem derzeit laufenden Umstellungsprozess von Diplom- auf Bachelor-/Masterabschlüsse angepasst werden. Im gerade zu Ende gegangenen akademischen Jahr hat ein weiterer Student aus Flensburg, Roul Petrika, ebenfalls 2 Semester in Castellanza innerhalb des gleichen Programms verbracht. Im
kommenden Wintersemester kommt die erste Studentin aus Castellanza, Elettra Spadacini, an die FH Flensburg, um ihrerseits für den deutschen Doppelabschluss zu studieren.




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