Maritime Kompetenz an der FH Flensburg soll erhalten bleiben
Flensburg. Der Fachbereichskonvent Technik der Fachhochschule
Flensburg hat sich heute für eine Fortführung der schifffahrtstechnischen
Ausbildung an der FH ausgesprochen, jedoch daran gewisse Rahmenvorgaben geknüpft.
Im Wesentlichen geht es um die Einwerbung externer Lehrleistungen, wie zum Beispiel
die Einrichtung einer Stiftungsprofessur nach dem Vorbild der Fachhochschule
Leer, Ostfriesland.
Weiterhin soll über die Einführung eines Studienschwerpunktes Schiffsmaschinenbau
verhandelt werden, um die Attraktivität und Auslastung dieses Studienbereiches
sicher zustellen.
Hintergrund der Diskussion um eine mögliche Schließung des Studiengangs
Schiffsbetrieb/Schiffsbetriebstechnik waren Überlegungen innerhalb der
Hochschule, zwei von 2009 an frei werdende Professorenstellen für andere
Studiengänge bereit zustellen. Als Argument für eine Einstellung des
Studiengangs waren immer wieder hohe Kosten und sinkende Bewerberzahlen angeführt
worden. Zurzeit sind an der Fachhochschule Flensburg 75 Studierende für
die Ausbildung zum Technischen Schiffsoffizier eingeschrieben.
Überraschend großen Protest gegen die Einstellung des Studiengangs
gab es auch von Vertretern norddeutscher Werften, Reedereien und der Zulieferindustrie.
Sie sprachen von einem fatalen Signal zu einem völlig unpassenden Zeitpunkt.
Die Unternehmer hatten 2003 mit der damaligen rot-grünen Bundesregierung
ein „Bündnis für maritime Ausbildung“ geschlossen. In
diesem Pakt hatte sich die Schifffahrtsbranche verpflichtet, gegen steuerliche
Vergünstigungen ihre Schiffe wieder unter deutscher Flagge fahren zu lassen.
Dadurch werde die Nachfrage an deutschem Personal wieder deutlich zunehmen,
so die einhellige Meinung der Wirtschaftsvertreter. In zahlreichen Briefen an
die Fachschaft Seefahrt der FH hatten sie für eine Fortführung der
maritimen Ausbildung an der Fachhochschule in Flensburg plädiert.
27.1.2006
Flensburg - Mit großem Unverständnis haben die Studierenden der Fachschaft
Seefahrt an der Fachhochschule Flensburg auf die aktuelle Diskussion des Fachbereichskonvents
Technik
reagiert, künftig aus rein finanziellen Gründen keine neuen Studierenden
für die Ausbildung der Technischen Schiffsoffiziere mehr aufzunehmen.
„Damit verliert die FH Flensburg ihr historisches Standbein. Seit mehr
als 120 Jahren werden bei uns Technische Schiffsoffiziere ausgebildet. Deutschland
hat die größte Containerflotte der
Welt. Die Seefahrt unter deutscher Flagge boomt. Die maritime Industrie, Reeder,
Werften, Zulieferer, Klassifikationsgesellschaften und Behörden brauchen
Schiffsingenieure auf
Hochschulniveau. Die Reedereien rennen der FH die Türen ein, um Schiffsingenieure
zu verpflichten“, erklärt Fachschaftssprecherin Anja Horn.
In einem Brief an den Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten fordern
die angehenden
Schiffsingenieure die Landesregierung auf, ein klares Bekenntnis zur Seefahrtsausbildung
in Flensburg abzugeben und das Rektorat in seinen Bemühungen zu unterstützen,
die maritime Kompetenz an der Fachhochschule Flensburg zu stärken. Ein
Bundesland wie Schleswig-
Holstein, das die Entwicklung der Maritimen Technologien vorantreiben wolle,
könne nicht die Einstellung der Seefahrtsausbildung im Land zwischen den
Meeren wollen, so Horn
abschließend.
Erster internationaler Doppelabschluss
Flensburg. Als FH – Absolventin Ethel Suvensi im
April dieses Jahres ihre Urkunde als Diplomkauffrau erhielt, war das nur der
erste Schritt ihrer Hochschulausbildung mit dem Schwerpunkt Logistik, Transport
und Verkehr.
Nur wenige Monate später, im Juli 2005, wurde der jungen Frau an der
Università Carlo Cattaneo im italienischen Castellanza der Abschluss
„Laurea in Ingegneria Gestionale“ (Industrial Management and
Production) verliehen.
Ethel Suvensi ist die erste Absolventin der Fachhochschule Flensburg und der
italienischen Universität Carlo
Cattaneo, die einen Doppelabschluss im Bereich „European Technology
Management“ erhält.
Die Lehrveranstaltungen in Italien fanden in englischer und in italienischer
Sprache statt.
Möglich wurde das Doppelstudium durch eine Kooperationsvereinbarung der
Fachhochschule Flensburg aus dem Jahr 2003 mit drei weiteren europäischen
Hochschulen, derJönköping School of Engineering, Schweden; der Katholieke
Hogeschool Zuid West Vlaanderen (KATHO) in Kortrijk, Belgien sowie der Università
Carlo Cattaneo in Castellanza, Italien.
Die jeweils bilaterale Vereinbarung zwischen den 4
Partnerhochschulen sieht die gegenseitige Anerkennung der im Heimat- und Gastland
erbrachten studentischen Leistungen innerhalb des ECTS (European Credit Transfer
System) vor. Studierende von Flensburg müssen jeweils 120 ECTS Credits
in BWL an der Heimathochschule erworben (4 Semester erfolgreich abgeschlossen)
haben und über ausreichende Englisch-
und Italienischkenntnisse verfügen, um mindestens 30 ECTS Credits pro Semester
während des 2-semestrigen Aufenthalts durch Besuch von Lehrveranstaltungen
in Englisch und in der Sprache des Gastlandes in Castellanza zu erwerben. Diese
60 Credits werden in Flensburg voll anerkannt und
angerechnet.
Dieser erste Abschluss einer Studentin aus Flensburg liegt voll im Trend der
gegenseitigen Anerkennung und Anrechnung von an anderen Hochschulen erbrachten
Studienleistungen, die Teil der von den meisten europäischen Regierungen
unterschriebenen "Bologna-Erklärung" bildet und durch bilaterale
Vereinbarungen zwischen der FH Flensburg und weiteren Hochschulen zum Schwerpunkt
der wachsenden Internationalisierung von Studiengängen und deren Inhalten
gehört. Die Vereinbarung innerhalb dieses
Programms soll auch dem derzeit laufenden Umstellungsprozess von Diplom- auf
Bachelor-/Masterabschlüsse angepasst werden. Im gerade zu Ende gegangenen
akademischen Jahr hat ein weiterer Student aus Flensburg, Roul Petrika, ebenfalls
2 Semester in Castellanza innerhalb des gleichen Programms verbracht. Im
kommenden Wintersemester kommt die erste Studentin aus Castellanza, Elettra
Spadacini, an die FH Flensburg, um ihrerseits für den deutschen Doppelabschluss
zu studieren.
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