Öffnungszeiten der Phänomenta in Flensburg: Juni - September und in allen SH-Ferien
Montag - Freitag von 10 bis 18 Uhr
Samstag, Sonntags und Feiertags von 11 bis 18 Uhr
Oktober - Mai
Montag - Freitag von 9 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntags und Feiertags von 11 bis 18 Uhr
Das Unsichtbare entdecken. Sich der Welt der Blinden und Sehbehinderten annähern - und dabei eine neue, ungewohnte Wahrnehmung erfahren: Die Besucher des Café Lichtlos im Flensburger Nordertor haben dazu ab dem 12. März die Gelegenheit: An insgesamt fünf Wochenenden laden die Phänomenta und der Blinden- und Sehbehindertenverein Flensburg dazu ein, in absoluter Dunkelheit Kaffee und Kuchen zu genießen und die verschiedenen Stimmungen zu erleben, die sich in der ungewohnten Situation einstellen. Unerwartete Schwierigkeiten überraschen dabei ebenso wie die Faszination darüber, die Umwelt einmal ganz anders zu erfahren.
Das Café Lichtlos im Flensburger Nordertor ist vom 12. März bis 10. April jeweils samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Bei Bedarf werden nach Anmeldung auch spezielle Termine für Gruppen angeboten: Sie haben vom 12. März bis 10. April jeweils am Dienstag und Mittwoch von 10 bis 14 Uhr die Gelegenheit, das Café Lichtlos zu besuchen. Anmeldung unter 0461 - 144490.
Außerdem haben die Phänomenta und der Blindenverein ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Vorträgen und Aktionen zum Thema Sehbehinderungen und Blindheit organisiert. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen - mit Ausnahme der Lesung von Jürgen Trinkus am 2. April - ist frei.
Mit ihrem Café Lichtlos möchten die Phänomenta und der Flensburger Blindenverein Sehenden die Möglichkeit geben, ihren Gehör-, Geruchs- und Geschmackssinn neu zu entdecken. Und damit zu erleben, wieweit sie sich allein durch Tasten, Hören, Schmecken und Riechen orientieren können. Darüber hinaus soll das Projekt dem Austausch und der Verständigung zwischen Blinden und Sehenden dienen.
Rahmenprogramm:
Sonntags, jeweils um 14 Uhr in der Phänomenta, Saal des Lichts:
13. März:
Berufliche Rehabilitation von Blinden und Sehbehinderten
Können Sie aufgrund einer Sehbehinderung Ihren alten Beruf nicht mehr ausüben? In diesem Vortrag erläutert Marion Petersen Möglichkeiten, die sich durch Umschulungsangebote und Weiterbildungsmaßnahmen eröffnen. Außerdem nennt die Mitarbeiterin des Café Lichtlos Institute, die Betroffenen und ihren Angehörigen weiterhelfen können.
20. März:
Mit Netzhauterkrankungen leben - Netzhauterkrankungen verstehen
Die Makuladegeneration ist eine Augenerkrankung, die schleichend und für Außenstehende fast nicht erkennbar voranschreitet. Ängste und Unsicherheiten verbreiten sich bei den Betroffenen. Heilungsmöglichkeiten gibt es nicht. Jedoch kann eine gute Aufklärung bei der Bewältigung vieler Probleme helfen. Der Vortrag von Annegret Walter richtet sich speziell an Betroffene und ihre Angehörigen, ist aber auch für alle anderen Zuhörer von Interesse.
27. März:
Spiele im Dunkeln
Wer hat schon einmal „Mensch ärgere Dich nicht“ oder ein Tastmemorie im Dunkeln gespielt? Alle spiel- und experimentierfreudigen Menschen sind zu dieser Aktion mit Monika Franke herzlich eingeladen. Ein ganz besonderer Spielenachmittag für Besucher jeden Alters.
3. April:
Fernsehen für Blinde - wie Bilder Worte werden
Anhand von Beispielen erklärt die blinde Filmeschreiberin Hela Michalski, wie aus einem Film ein Hörfilm wird. Sie erläutert die Entstehung von der Manuskripterstellung im Team über die redaktionelle Bearbeitung bis hin zur Aufsprache im Studio.
10. April:
Internet für Blinde
Das Internet ist fast ausschließlich als ein visuelles Medium bekannt. Frank Bremer möchte den Teilnehmern zeigen, wie Blinde und Sehbehinderte trotzdem diese Technik nutzen können und welche Hilfsmittel ihnen dabei zur Verfügung stehen.
Info
Samstags, jeweils 14 bis 18 Uhr im Nordertor: Der Low-Vision-Raum
Unter Anleitung von Margarete Neuhaus (Mobilitätstrainerin) und Petra Pipahl (Optikerin) werden verschiedene Sehbehinderungen bzw. Blindheit simuliert. Unter diesen Bedingungen können die Besucher die Mobilität nachempfinden, die ein Sehbehinderter durch den Blindenstock erfährt. Außerdem werden verschiedene Spezialbrillen und Sehhilfen vorgestellt.
Samstag, 2. April, 20 Uhr in der Phänomenta, Saal des Lichts:
„Die Reise des kleinen Prinzen“ - Eine lichtlose Lesung
Kaum ein anderer Text des 20. Jahrhunderts wird so oft aufgegriffen wie der von Antoine de Saint-Exupéry. Seine Anziehungskraft auf Künstler und Publikum ist bis heute ungebrochen. In der Phänomenta können die Zuhörer die Reise des kleinen Prinzen einmal ohne jede visuelle Ablenkung in völliger Dunkelheit erleben. Dr. Jürgen Trinkus liest in völliger Dunkelheit seine Adaption der Reise des kleinen Prinzen von einer Vorlage in Blindenschrift vor. Die sparsame Textauswahl schält dabei den liebesphilosophischen Kern des bekannten Büchleins heraus. Als Brücken zwischen den einzelnen Stationen dienen Musikstücke aus den Grenzbereichen von Rock und Jazz aus vielen Ländern. Was Jürgen Trinkus den Besuchern im Dunkeln vorgelesen hat, können diese anschließend in Blindenschrift nebst „Übersetzung“ mit nach Hause nehmen.
Jürgen Trinkus, geboren 1955 in Zittau, ist studierter Philosoph, Historiker und Soziologe. Seit vier Jahren ist er als wissenschaftlicher Dokumentar für den NDR in Kiel tätig. Trinkus, der in früher Kindheit erblindete, hat als Publizist und Organisator verschiedener Veranstaltungsreihen gearbeitet. In Kiel hat er das Projekt „blickfrei - Kommunikation jenseits des Augenscheins“ aufgebaut.